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Fragt man in der Technical Death Metal Szene nach einer festen Grösse, sollte eigentlich der Name GOROD fallen. Die Band gilt als eine der Säulen dieses Genres und hat sich in knapp drei Jahrzehnten einen soliden internationalen Ruf erarbeitet.
Ich muss es noch einmal zugeben: Ich liebe diese Band einfach. Es bleibt mir ein Rätsel, warum GREEN CARNATION trotz ihrer langen Geschichte und ihrer aussergewöhnlichen Musik immer noch fast niemandem bekannt zu sein scheinen – zumindest hier in der Schweiz. Jedes neue Album fühlt sich daher an wie die Rückkehr eines alten Freundes, den man unbedingt mit anderen teilen möchte.
HESPERIA waren nie daran interessiert, Geschichte als blosse Kulisse zu behandeln. Auf «Picenum» (True Marchigian Black Metal Renaissance) verwandelt Hesperus seine Heimatregion Marken in eine Bühne, auf der Festungen, Wölfe, Hexen, vergessene Herrscher und christliche Ängste aufeinanderprallen. Das Ergebnis wirkt wie eine achtzigminütige nächtliche Expedition.
Cheffe, das ist kein Metal. Aber ist es gut? Ja, verdammt noch mal, das ist wirklich gute Musik. Zwar ist Tor-Helge Skei durch Manes im Black Metal Underground verwurzelt, doch das Debüt von HOLISSSTIK (ja wirkliche 3x "S") weigert sich, Nieten zu tragen, Äxte zu schwingen oder sich an Genregrenzen zu halten.
Oha, belgischer Black Metal, der aber jetzt neu seine Jagdgründe bei den Amis hat – die Hintergrund-Geschichte dazu würde mich echt mal noch interessieren. Gut, abgesehen davon: Hulder war bis 2025 ein reines 1-Frau-Projekt, bis dann ihr jetziger Mann quasi fester Bestandteil wurde.
Die beiden Vorgänger konnten bei mir nicht gerade gross punkten. Beide Alben litten unter einer schlechten Produktion, und die komplexen Wendungen raubten mir oft den letzten Nerv. Zumindest bei Punkt eins haben die Japaner diesmal alles richtig gemacht. Das ist ein richtig fetter Oldschool-Sound, und somit klingt die Chose bei DEFILED gleich viel versöhnlicher.
Ich war mir nicht ganz sicher, worauf ich mich mit «The Arsonist» einlassen würde. Ist es Psych-Goth? Ist es Cowboy-Punk? Oder ist es Black-Blues? Oder ist es einfach nur ein psychedelischer Trip durch eine rauchgefüllte Wüste um drei Uhr morgens? Die Antwort lautet wahrscheinlich: alles davon.
Schon das Cover verrät die halbe Geschichte. Auf Lluís Rigalts Ruïnes (1865 – als Kunst noch ohne Prompt entstand) sind zerfallende Steinbögen zu sehen, die langsam von der Natur zurückerobert werden. Verfall und Leben sind untrennbar miteinander verbunden, aus der Verlassenheit entsteht Schönheit und die Stille scheint fast hörbar zu sein. Fragt euch nun selbst: Wie sollte der Soundtrack zu einem solchen Gemälde klingen? Diese Frage beantworten TODOMAL mit «Graveyards Of Joy».
1996 aus der blühenden alternativen Musikszene Genfs entstanden, haben IMPURE WILHELMINA im Laufe der Jahre eine wahrhaft einzigartige Klangmischung entwickelt, die irgendwo zwischen Metal und progressiv angehauchtem Dark Rock angesiedelt ist.
Mit «Epigrama» legen ERDVE ein Album vor, das sich konsequent abseits gängiger Hörgewohnheiten bewegt. Die Litauer verbinden schwere Sludge-Riffs mit düsteren Post Metal Elementen und einer bedrückenden Atmosphäre, die sich wie ein roter Faden durch das gesamte Werk hindurchzieht. Wer eingängige Refrains oder klassische Songstrukturen sucht, dürfte hier allerdings schnell an seine Grenzen stossen.